Haltung Allgemein

0.1 Psalmopoeus irminia 



Die Haltung von Vogelspinnen verlangt ein gewisses Maß an Grundwissen,das ich aus meiner bisherigen Erfahrung Ihnen näher bringen möchte.Als erstes einmal sollte man sich im Klaren sein,das eine Vogelspinne ein Alter bis zu ca. 25 Jahren erreichen kann. Sie ist kein Schmusetiere, sondern ein typischer Alleingänger, die nur erfahrene Spinnenhalter in die Hand nehmen sollten. Es ist schon war, das manche Arten, wie zb. die Grammostolaarten,friedlich und eher die zu den ruhigen Arten gehören,sollte man trotzdem das Tier lieber in Ruhe lassen. Es macht eh mehr Spass, den Vogelspinnen dabei zu beobachten, was sie so treiben. Vogelspinnen sind Charaktertiere.Manchmal sind sie zickig und manchmal sind sie recht ausgeglichen. Sie bauen mit der Zeit ihr eigenes kleines Reich auf,was man ihnen zur Verfügung gestellt hat. Wie das fertige Terrarium aussieht, entscheidet letzten endlich die spinne und nicht der Mensch. wenn z.b. die Vogelspinne die Pflanze, die Sie vorher so liebevoll eingepflanzt haben,nicht passt,zerstört sie diese und reist sie mit samt Wurzel raus. Meine Grammostola rosea hat dieses am anfang getan. Ich brauchte am nächsten Morgen nur den Haufen Pflanzenschrott aus dem Terrarium nehmen.Na ja, wenigstens hat Cheyenne fein säuberlich die zerstörte Pflanze zu einem Haufen gelegt.Vogelspinnen sind sowieso sehr saubere Tiere. Sie reinigen ihren Bau von Futterresten und legen immer an der gleichen Stelle einen Müllhaufen an.

Nun zum Terrarium:

Erst einmal muss man drei Arten untscheiden:

Terrarium für Baumbewohner

Terrarium für Bodenbewohner

Terrarium für unterirdisch lebende Arten

Vorher sollte man sich überlegen, welche der drei Arten denn es nun sein sollte.Ich persönlich halte größtenteils nur Baum-und Bodenbewohnende Arten, da man diese auch gut beobachten kann.

Bei Baumbewohner schlage ich ein 30/30/40 vor,bei Bodenbewohner ein 30/30/30 grosses Terarrium vor. Bei unterirdisch lebenden Arten sollte man sich ein Terrarium bauen lassen, wo man 50 cm Bodengrund einschütten kann, damit diese Arten auch schöne tiefe höhlen graben können.

Als lichtquelle reichen gewöhnliche 20 Watt Halogenstrahler, die man von aussen oben auf dem Terrarium aufliegen lässt. Auf diese Weise wird dasTerrarium auch temperiert.

Alle Vogelspinnen müssen genügend Versteckmöglichkeiten haben. Baumbewohnende Arten sollten zu dem noch ein Paar dicke Äste im Terrarium haben, wo Sie drauf rum klettern können.Als Boden benutze ich Aufzuchterde,die ist meines Erachtens am besten geeignet.

Die Temperatur sollte im allgemeinen Nachts um 22 Grad liegen, und tagsüber zwischen 24 und 28 Grad liegen.Die Luftfeucht liegt zwischen 50%-70%,wobei Nachts die Luftfeuchtigkeit sehr hoch ansteigt. Das sind nur ungefähre Angaben, da die Temperatur und Luftfeuchtigkeit von Art zu Art sehr stark schwankt.

Als Anfängerspinne empfehle ich jeden eine Grammostola Art zu nehmen, da diese sehr robust sind und nicht so hohe Ansprüche stellen ,wie manch andere Arten.Ausserdem verzeiht sie einem schnell die kleinen Anfängerausrutscher in Sachen Temperatur, Luftfeuchte ,etc.Genauso sollte man sich am Anfang für eine etwas schon grössere Vogelspinne entscheiden, die das Slingalter schon hinter sich hat und somit als juveniles Tier schon etwas robuster ist.

Fütterung:

Von der Fütterung her kann ich nur sagen, das Vogelspinnen alles nehmen, was sie überwältigen können. Von einer kleinen Grille an , bis hin zu einer Maus steht alles auf dem Speiseplan der Spinne. Bei uns bekommen allerdings die Vogelspinnen nur Insekten: Heuschrecken, Grillen, Heimchen,Schaben,etc.Die adulten Spinnen bekommen einmal in der Woche ein grosses Insekt, die kleinen Spinnen stehen noch im Wachstum und bekommen daher alle zwei Tage was zum futtern.Vogelspinnen können gierige Fresser oder auch grosse Faster sein.Keine Angst,wenn ihre Spinne mal eine ganze Weile nichts fressen möchte. Das hat immer einen Grund. wie z.b. :

Häutung steht bevor

Das Tier fastet

Ein Kokonbau steht bevor

Man sollte auch immer die Abdome des Tieres im Auge behalten. wenn sie zu prall gefüllt ist,steht sie zu sehr unter Spannung.Die Vogelspinne kann sich dann schneller eine Verletzung zu ziehen.Im Normalfall kommt man aber mit der Fütterung der Tiere gut zurecht, wenn man sie wie oben beschrieben füttert.

Die Häutung :

Die bevorstehende Häutung erkennt man in der Regel ziemlich gut. Die Vogelspinne streift einige Zeit vorher ihre Brennhaare ab und die Abdome färbt sich ganz schwarz.Oft frist sie schon einige Zeit vorher nichts mehr.Wenn es soweit ist spinnt die Vogelspinne sich dann einen kleinen Teppich und dreht sich eine kurze Zeit später dann auf den Rücken.Auf den Rücken fällt es ihr dann leichter Hämolymphe in ihrem Vorderkörper zu pumpen,bis schließlich der Carapax abgesprengt ist. Dann zieht sie sich aus der alten Haut raus und bleibt erst einmal einge Zeit so liegen. Wenn sie sich von diesen Kraftakt erholt hat,fängt sie mit der Beingymnastik an.Es dauerd zwischen 1-2 Wochen bis der neue Körper der Spinne sich vollkommen ausgehärtet hat. In dieser Zeit durchlebt sie einen Wachstumsschub, der je nach Art, explosionsartig und nicht zu verachten ist. Die Fütterung fällt in dieser Zeit aus.Erst nach etwa 10 Tagen sollte man die Vogelspinne wieder ein Insekt anbieten.Nach der frischen Häutung ist der Körper und die Beine der Vogelspinne wieder schön ausgefärbt. Mit der Zeit Verblast die Körperfarbe, bis zur nächsten Häutung.